zurück zur Übersicht

Kulinarik de luxe am Berg und im Tal: Das Eggental glänzt mit Sternenküche

11.05.2021 Genuss Eggental

Statt schnöder Selbstversorgung und gängigen Spezialitäten punkten die Hütten und Almen mit Bedienung, innovativer Küche und teilweise auch Design, das Auge isst schließlich mit. Zwei Hotels glänzen mit je einem Michelin-Stern und die Region schnürt regelmäßig gastronomische Angebote – von Schupfenfesten über Wild- und Waldwochen und Abendveranstaltungen bis hin zu Vollmond-Events.

„Taste nature“ – was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit harte Arbeit. Doch Theodor Falser, Sternekoch und Küchenchef im 4-Sterne-Hotel Engel gourmet & spa und dessen Gourmet-Restaurant „Johannesstube“ in Welschnofen, macht sie gerne. Denn damit erfüllt er sich einen Traum: so authentisch und natürlich wie möglich zu kochen. Darum verwendet er nur Produkte, die derzeit in der Region wachsen oder auf althergebrachte Weise haltbar gemacht wurden – Wurzelgemüse legt er zum Beispiel im Herbst in Sand ein. 

„Für mich beginnt Gourmet schon beim Bauern“, erklärt der 48-Jährige, der selbst von einem Bauernhof stammt und daher genau weiß, auf was er Wert legt bei seinen lokalen Produzenten. Beispielsweise auf biologischen Anbau und alte Gemüsesorten, die normalerweise nicht mehr angebaut werden, da sie viel Pflege benötigen und oft nicht normgemäß ausschauen. „Dafür geben sie viel Geschmack und haben viele Vitamine“, weiß der Experte, der schon weltweit in China und Dubai, auf den Bermudas und in Kuala Lumpur gearbeitet und seit 2014 wieder daheim im Eggental ist. Durch sein Konzept muss er bei der Erstellung des Speiseplans sehr flexibel sein – er weiß schließlich vorher nicht, was genau er vom Bauern bekommt. Aber sein Ansatz kommt gut an: Einen Michelin-Stern und 16 von 20 Gault Millau-Punkten erkochte er bereits für die Johannesstube, eine alte Zirmstube aus dem 13. Jahrhundert, in der er nur sechs Produkte verwendet, die nicht aus Südtirol kommen: Salz und Zucker, Saiblingskaviar, Schnecken aus dem Piemont, Trüffel aus Umbrien und der Risotto Reis.

Relativ neu in der Sternenküche dagegen ist Gregor Eschgfäller. Sein Reich ist das Gourmet-Restaurant Astra im 3-Sterne-Hotel Berghang in Steinegg. Hier finden maximal zwölf Gäste Platz, um von Donnerstag bis Sonntag seine innovative und internationale Küche zu genießen. Inspirieren lässt sich der 32-Jährige von seinen Reisen und ausgefallenen Produkten, aber eines steht fast immer auf der Karte: Rote Beete in allen Variationen. Nach Stationen wie Australien, der Toskana und dem berühmter Hangar 7 in Salzburg wurde er zu einem der jüngsten Sterneköche Italiens und arbeitet heute in einem Familienunternehmen. Das Hotel gehört seinen Schwiegereltern; seine Frau Melanie, die er während der Ausbildung kennenlernte, ist Restaurantleiterin und Sommelière. 

Der Name Astra bedeutet Stern und ist hier in Steinegg Programm – nicht nur wegen der, auch mit drei Gault-Millau-Hauben, ausgezeichneten Küche. Denn das Hotel Berghang gehört zu den Astro-Wirten im „Ersten Europäischen Sternendorf“, zu dem sich die beiden Dörfer Steinegg und Gummer zusammengeschlossen haben. Während sich Besucher in Gummer zwischen Sternwarte, Sonnenobservatorium, Planetenweg und Planetarium entscheiden können, veranstalten die Astro-Wirte in Steinegg regelmäßig freitags in der Vollmondwoche Events mit Live-Musik und besonderen Spezialitäten wie Mondfinsternis-Knödel oder Milchstraßen-Milchreis; außerdem halten sie jederzeit Teleskope und Tipps für die Beobachtung des nächtlichen Himmels bereit. Aufgrund der geringen Lichtverschmutzung ist dieser hier besonders schön – dafür gab‘s vom italienischen Portal für Astro-Tourismus „Astronomitaly“ schon das Prädikat „Gold“. 

Die Vollmond-Events sind nur ein Teil des besonderen kulinarischen Angebots im Eggental. Bei zahlreichen weiteren Abendveranstaltungen werden die Dorfstraßen von Welschnofen und Deutschnofen zu einer großen Tafel – bei Weinverkostungen, Sommernachtsträumen, Jazzveranstaltung und Platzlfesten. Immer mit dabei: Südtiroler Spezialitäten und musikalische Unterhaltung. Die gibt es auch bei den großen Schupfenfesten: Hier wandert man gemütlich von Alm zu Alm und probiert sich durch. Die Wild- und Waldwochen dagegen stehen ganz im Zeichen des kulinarischen Herbstes. Früchte, Beeren, Kräuter und Pilze sind die Zutaten für die schmackhaften Wildgerichte. Und wer in die Kunst eines Südtiroler Klassikers eingeweiht werden möchte, besucht die Knödelwerkstatt beim Kronlechnerhof – hier baut Bäuerin Anna Gall alte Gemüsesorten an.

Besondere Hütten
Die gemütliche Hagner Alm in Welschnofen wurde schon mehrfach vom Restaurantführer Gault Millau als „Haubenhütte“ ausgezeichnet. Hier gibt es eine eigene Käserei mit preisgekrönten Produkten. 

Die stylische Berghütte Oberholz aus viel Glas und Holz stellt durch die großen Panoramafenster die Bergwelt in den Mittelpunkt und bietet Genuss in drei Stuben. 

Über das Eggental
Die sieben Orte des Eggentals liegen nur 20 Kilometer von der Autobahnausfahrt Bozen Nord. Das Gebiet wird von nur 9.300 Einwohnern bewohnt und erstreckt sich über 200 Quadratkilometer, davon sind 70 Prozent Waldfläche. Wanderer haben im Angesicht des Dolomiten UNESCO Welterbes mit Rosengarten und Latemar gut 500 Kilometer markierter Wege zur Auswahl. Unter besonderem Schutz stehen die Naturparks Schlern-Rosengarten und die Bletterbachschlucht. Insgesamt 30 Hütten und Buschenschänken bieten traditionelle Südtiroler Köstlichkeiten an und laden auf ihren großen Sonnenterrassen zum Einkehren ein. Die rund 5000 Gästebetten verteilen sind sich auf 17 Hotels im 4-Sterne-Bereich sowie auf weitere 45 Hotels im 3-Sterne Bereich. Circa 65 Prozent der Unterkünfte – darunter Apartments für unterschiedliche Ansprüche – sind klein und familiengeführt.

Weitere Infos
Eggental Tourismus, Dolomitenstraße 4, I-39056 Welschnofen,
Tel.: 0039/0471/619500, info@eggental.com, www.eggental.com