Ein Rodeltag mit der Familie

Datum
19.02.2019
Tags
Winter , Familie , Natur

Ein Rodeltag mit der Familie

Wenn das Sandmännchen mit dem Schlitten anreist

Während ich unserer vierjährigen Tochter nun zum gefühlt 135sten Mal erkläre, dass wir bald da sind, versuche ich zumindest kleine Landschaftsausschnitte zu genießen. Angezuckerte Baumwipfel zwinkern im Sonnenlicht und der immer dichter werdende Wald lässt auch bei mir Kindheitserinnerungen wach werden. Ach, wie schön war es doch immer, endlich den neuen Skianzug anziehen zu dürfen und ihn dann bei Wind und Wetter auszutesten! Genau das machen wir auch heute. Wir fahren nach Obereggen zum Rodeln – juhuuuu!

“Mama..” Mein Mann schmunzelt über die Hartnäckigkeit unseres Mädchens und ich antworte: „Ja wir sind jetzt da, schau her, der Bruno, der wartet schon da oben!” Bruno? Ja genau, Bruno der Bär. Und er besitzt sogar sein eigenes Stück Land, das Brunoland!

An der Talstation befindet sich dieses mit einem 30 m und einem 50 m langen Förderband, einem Kinderkarussell, einer Schneekatze, einem Schneetunnel, einer Tubing-Bahn, einer Hüpfburg und Schneewellen ausgestattete Schneeschlaraffenland. Täglich von 10 bis 16 Uhr können sich die Kids hier austoben – und montags und mittwochs stehen spannende Spiele auf dem Programm: Schatzsuche, Schneeparty, Erkundungstour mitsamt Skilehrer, Kinderschmink-Session und Ballonmodellier-Schnupperkurs – zwischen 14 und 15 Uhr kommt dann auch Bär Bruno höchstpersönlich vorbei.

Ready …

Nun aber los, damit wir ja nichts verpassen. Aufgemützt und schalumwickelt laufen wir mit „Karacho“ zur Skipiste – fast – meine schlaue Tochter lässt sich natürlich ziehen, aber was soll‘s, damit wäre die Testfahrt bereits abgehakt. Stooopp!! Wir haben die Tickets vergessen! Nochmal schnell zurück zur Kassa, wo zum Glück eine sehr freundliche Dame auf uns wartet, uns die Tickets aushändigt und uns den Weg zur richtigen Aufstiegsanlage weist. Wir steigen in die Gondel und kuscheln uns alle drei dicht aneinander. WOW! Der Ausblick beim Ausstieg ist wohl nicht zu übertreffen. VIP-Blick auf den Latemar dicht über uns und – Wolken? Was ist das überhaupt? Als hätten wir die blau-weiß-Romantik gebucht, strahlt eine Vierjährige mit der Sonne um die Wette. Natürlich nicht nur wegen des Wetters, sondern weil die Strategiebesprechung nun ansteht. Flitzt der kleine Rodelfreak mit Mama oder mit Papa die Piste hinunter? Natürlich - mit Papa! Gut, ich schnappe mir das kleine übriggebliebene Rutschbrett (toll!) und versuche die beiden einzuholen.

… go!

Heyyyyy...das macht ja richtig Spaß! Ich lege mich in die Kurven als gäbe es kein Morgen, versuche mein Gewicht optimal zu verlagern, Füße hoch … und – Landung im nächsten Schneehaufen! Super. Ich kann mir ein Lachen über mich selbst nicht verkneifen und bin heilfroh, dass mich niemand dabei beobachtet hat. Ich erreiche die Ziellinie Richtung ”Absam-Stube” und tue so, als ob ich meine zwei „Konkurrenten“ gnädigerweise gewinnen lasse. Puh, nochmal davongekommen! :D

Und nun folgt dasselbe wieder gefühlte 135 Mal in grün, nein eigentlich in weiß. Unsere kleine Eisprinzessin saust die Piste abwechselnd mit Papa oder Mama hinunter und ja, ein Teilstück muss natürlich auch mal alleine bewältigt werden – „Das kann ich schon!” Zum Glück eignet sich die Piste aber auch für kleine Experimente besonders mutiger Dreikäsehochs, da sie optimal abgesichert ist, nicht zu steil und vor allem nicht zu lang. Im idealen Rhythmus kann man sich mit Hinunterflitzen und Ausruhen in der Gondel abwechseln. Nicht zu vergessen: Mega-Ausblick auf den Latemar inklusive!

Nach zweieinhalb Stunden intensiven Rodelspaßes fällt mir auf, dass die Augen meiner Rodelprinzessin mit jedem Aufstieg doch immer kleiner werden. So treten wir schließlich die Talfahrt an. Natürlich statten wir dem Brunoland noch einen kurzen Besuch ab, fahren eine schnelle Runde Karussell und sehen uns die bunten Attraktionen an, bevor wir uns im nahegelegenen Gasthaus noch bei einer Tasse Tee aufwärmen.

„Wink doch nochmal dem Bruno”, ermutige ich meine Tochter beim Losfahren. Aber beim Blick nach hinten – oje, da hat wohl schon das Sandmännchen seine Arbeit getan. Ja, so ein Rodeltag macht eben müde. Und glücklich.

Obereggen - Latemar | © Obereggen AG/SpA

Melanie Gögele

ist Bloggerin und content scout bei clicktext, der Agentur für Content- und Social-Media-Marketing in Südtirol.
Sie liebt Flip Flops, Espresso und ihre Stimmung mit der Wahl ihrer Ohrringe zu unterstreichen.

Für die italienische Übersetzung dieses Textes verantwortlich: Serena Schiavolin, Translation-Fee und verantwortlich für den Italian Content bei clicktext. Sie haucht den Geschichten noch den typisch italienischen Touch ein!