Obereggen – eine nachhaltige Erfolgsgeschichte

Datum
29.11.2019

Obereggen – eine nachhaltige Erfolgsgeschichte

Bis in die 1960er-Jahre lebte das Eggental hauptsächlich von der Land- und Holzwirtschaft und hatte mit erheblicher Abwanderung zu kämpfen. Dass sich die Bevölkerungszahlen stabilisiert haben und die Eggentaler frohen Mutes in die Zukunft blicken, liegt auch an einigen Pionieren, die den Tourismus früh als beste Entwicklungsmöglichkeit ausmachten und die Erschließung des Tals auch für den Wintertourismus vorantrieben. Dazu gehören unter anderem der heutige Präsident der Obereggen Latemar AG, Georg Weissensteiner, sowie der Direktor der Bergbahnen Obereggen Latemar AG, Siegfried Pichler. Zusammen mit ihnen und mit Pressereferent Thomas Ondertoller haben wir zurück zu den Anfängen des Skigebiets geblickt – und darauf, wie es die Obereggener Gegenwart beeinflusst.

Die Obereggen AG wurde 1970 gegründet, zwei Jahre später nahmen die ersten Liftanlagen ihren Betrieb auf. Heute erfreut sich das Ski Center Latemar, das seit 1975 aus dem Zusammenschluss der Skigebiete Obereggen, Pampeago und Predazzo besteht, sowohl bei den Einheimischen als auch bei Gästen aus aller Welt größter Beliebtheit. Was hat Obereggen so erfolgreich gemacht?

Georg Weissensteiner: Es war uns ja allen von Anfang an bewusst, dass das Skigebiet nur dann eine langfristige Zukunft haben würde, wenn es als Karussell mit Pampeago und Predazzo verbunden wird, die es damals bereits gab. Das war also von grundlegender Wichtigkeit.

Siegfried Pichler: Der große Aufschwung für Obereggen geht dann sicher auch darauf zurück, dass wir von Anfang an aktiv beschneit haben. Es gab natürlich schon vor uns Pioniere auf diesem Gebiet, aber die erste flächendeckende Beschneiungsanlage, die haben wir hier in Obereggen in Betrieb genommen. Und damit hat sich Obereggen seinen Namen gemacht  – wir waren eines der wenigen Skigebiete, die schon während der schneearmen Winter Ende der 1980er-Jahre Schneesicherheit und Qualität bieten konnten, und zwar flächendeckend. 

 

Obereggen - Ski Center Latemar | © Obereggen AG/SpA

Hat die Talbevölkerung diese Entwicklung von Anfang an mitgetragen?

Georg Weissensteiner: Als wir die Obereggen AG gegründet haben, mussten wir natürlich Kapital auftreiben. Wir sind dann buchstäblich von Haustür zu Haustür gewandert, um Aktionäre zu gewinnen – und das hat gut funktioniert. Die Menschen haben das Skigebiet weniger als Investition gesehen, sondern vielmehr als eine Art Genossenschaft. Im Prinzip hat die Entwicklung die ohnehin schon enge Talgemeinschaft noch mehr zusammengeschweißt. Die Aktionäre von damals sind zum allergrößten Teil noch immer dieselben – teilweise halt in der nächsten oder sogar übernächsten Generation.

Siegfried Pichler: Vor allem die Kleinaktionäre – Bauern, Handwerker, Angestellte, Arbeiter – waren von Anfang an im ganzen Tal weit gestreut, eben weil das Projekt sehr breite Zustimmung in der Bevölkerung genoss. Und dass das so war und ist, mag auch daran gelegen haben, dass schon bei der Erschließung des Gebiets der Schutz der Eggentaler Natur mit die größte Rolle gespielt hat. 

Das Skigebiet Obereggen verfügt seit 2004 über eine Umweltzertifizierung nach ISO 14001. 

Siegfried Pichler: Wir haben ja immer schon darauf geachtet, die Landschaft zu erhalten, zum Beispiel bei der Begrünung neu angelegter Pisten. Bei den Erdbewegungsarbeiten wird die Humus-Schicht zunächst abgetragen und dann wieder ausgebracht. Schon in den 1980er-Jahren haben wir damit begonnen, Bodenproben zu entnehmen und eine eigene Obereggen-Samenmischung herstellen zu lassen, um die Artenvielfalt auf den Wiesen zu erhalten. Auch ein nachhaltiger Umgang mit dem Wasser für die Beschneiung war für uns von Anfang an zentral. Die Zertifizierung war dann eigentlich ein logischer nächster Schritt. 

Obereggen | © Obereggen AG/SpA

Wird der hier gelebte Umweltgedanke von den Besuchern und Gästen auch wahrgenommen? Werdet ihr darauf angesprochen?

Thomas Ondertoller: Wir schauen schon, das Thema Umwelt- und Naturschutz auch zu kommunizieren und ja, wir stoßen damit auch auf große Resonanz bei unseren Gästen. Es gibt hier in Obereggen neben der sanften Mobilität, dem schonenden Umgang mit der Ressource Wasser und dem Thema Regionalität und Müllvermeidung, das vor allem in der Hotellerie und den Restaurants zunehmend wichtig wird, zwei „Leuchtturmprojekte“: das Fernheizwerk und die Berghütte Oberholz. Ersteres wird mit Biomasse aus dem Eggental betrieben und versorgt das gesamte Gebiet mit Wärme. Und die Berghütte Oberholz wird mit Erdwärme beheizt und ist aus lokal verfügbaren Materialien errichtet worden. Die sind übrigens auch beim Bau des neuen Après-Ski-Gebäudes zum Einsatz gekommen – das ist uns wichtig. 
Und natürlich fahren sämtliche Lifte und Bahnen – auch der neue Reiterjoch-Lift – mit Strom aus Südtiroler Wasserkraft.
Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind einfach wichtige Themen – und wer im Alltag darauf achtet, möchte auch seinen Urlaub an einem Ort verbringen, wo behutsam mit der Natur umgegangen wird.

Verena Steiner

ist Verantwortliche für Print Content und Translation bei clicktext, der Südtiroler Agentur für Corporate Content. Egal, ob Deutsch, Italienisch, Englisch oder Französisch: Sie (er)lebt und erzählt ihre Geschichten multilingual!

Für die italienische Übersetzung dieses Textes verantwortlich: Serena Schiavolin, Translation-Fee und verantwortlich für den Italian Content bei clicktext. Sie haucht den Geschichten noch den typisch italienischen Touch ein!