Eggental

Die Erdpyramiden  in Steinegg

Die Erdpyramiden von Steinegg im Eggental

Giganten aus Lehm

Meineid und Geiz sollen der Sage nach dafür verantwortlich sein, dass anstelle einer saftig grünen und ertragreichen Wiese bei Steinegg heute Erdpyramiden in den Himmel ragen.

Kinder der Erosion

Die „Strafe Gottes“, mächtige Unwetter, sind auch tatsächlich der Auslöser für die Entstehung dieser einzigartigen, äußerst seltenen Naturdenkmäler. Wo eiszeitliche Gletscher Moränenlehm abgelagert haben, entsteht durch starke Regenfälle ein lehmiger Brei, der langsam ins Tal abfließt. Härteres Material wie größere Felsbrocken schützt den darunter liegenden Lehm vor dem Regen, und so haben sich über die Jahrtausende bis zu 30 m hohe Säulen mit „Hut“ gebildet.   
 

Erdpyramiden Steinegg
Erdpyramiden Steinegg
Erdpyramiden in Steinegg
Erdpyramiden Steinegg  | © Eggental Tourismus

Naturwunderweg

 

Drei Stunden in aller Gemütlichkeit dauert die Rundwanderung von Steinegg zu den Erdpyramiden und wieder zurück. Die Markierung „gelbe Pyramiden“ führt von Steinegg zur Katzenbachschlucht und über den Lahnenweg unterhalb der imposanten Riesen aus Lehm vorbei. Weiter geht’s über den Raffeinerhof bergauf zum Dosser-Kreuz und von hier aus direkt hinunter zu den Pyramiden. Die Markierung 2 weist den Rückweg über den Katzenbachweg nach Steinegg.

Die Sage von den Steinegger Erdpyramiden

Hier lag einst eine wunderschöne und ertragreiche Wiese, welche zum Unterhalt des jeweiligen Seelsorgers über Generationen hin vom Dosserbauer bewirtschaftet wurde. Als einer dieser Bauern nach mehrmaligen Aufforderungen den fälligen Pachtzins verweigerte, sollte das Gericht Steinegg ein Urteil in dieser Sache fällen. Da keine urkundliche Zeugnisse vorgelegt werden konnten, und der Dosserbauer, obwohl er wissend war, seine Behauptungen durch einen Eidschwur bekräftigt, wurde die Wiese diesem zugeschrieben.

Der Pfarrer war bedrückt, der Dosserbauer war stolz. Doch noch am selben Tag zogen sich dunkle Wolken zusammen und machten den Tag zur Nacht. Jedermann ahnte, dass etwas Unheimliches bevorstünde. Ein Wolkenbruch prasselte nieder, Blitze zuckten, Donner rollte, so wie es Steinegg noch nie erlebt hatte.

Erst gegen Morgen schien das Unwetter allmählich nachzulassen und als der Dosserbauer das saftige Gras seiner Wiese mähen wollte, traute er seinen Augen nicht. Vor ihm gähnte ein tiefer Abgrund, aus dem nur mehr einige Spitzen und Schuttkegel aufragten. Gott hatte sein Urteil gesprochen, jedoch anders, als die Menschen erwarteten.