Kulinarische Vielfalt vor gigantischer Kulisse
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Autor Jens Vögele
Tag Genuss

Kulinarische Vielfalt vor gigantischer Kulisse

Tiroler Knödel, Fleisch vom Holzkohlegrill oder einfach nur eine Pizza? Das Skigebiet Latemar Dolomites ist nicht nur wegen seiner Pistenqualität, sondern auch wegen seiner gastronomischen Vielfalt berühmt. Wir porträtieren sechs Hütten für einen unvergesslichen Einkehrschwung.

Weigler Schupf

„Ich kenne fast alle meine Gäste persönlich“, sagt Markus Plank. Denn wenn sich der Wirt vom Weigler Schupf auf eines verlassen kann, dann ist es die Treue seiner Kunden. Wer einmal da war und spürt, dass Authentizität hier mehr als ein Schlagwort ist, kommt immer wieder. Vor allem wegen der familiären Atmosphäre in der kleinsten Hütte im Skigebiet Latemar Dolomites kann sich Markus über eine große Zahl an Stammgästen freuen. Die wissen nicht nur die kleine, aber sehr feine Sonnenterrasse zu schätzen, sondern auch die bodenständige Speisekarte. Dass es nicht viel braucht, um gut zu kochen, beweist das vierköpfige Team rund um Markus jeden Tag aufs Neue: „Wir bereiten hochwertige Produkte mit viel Liebe zu“, sagt der Hüttenwirt, der die Weigler Schupf 2018 von seinen Eltern übernommen hat.

Einen fast schon legendären Ruf genießen die Spaghetti hier, aber auch selbstgemachte Kaminwurzen oder Knödel mit Gulasch stehen auf der Speisekarte der Weigler Schupfs. „Regional und je näher, desto besser“, lautet Markus‘ Philosophie zur Auswahl seiner Produkte, die in seiner Küche verarbeitet werden. Bestes Beispiel dafür: Das Rindfleisch, das hier verarbeitet wird, produziert Markus auf seinem eigenen Bauernhof in Eggen selbst. Er schätzt sich glücklich darüber, dass damit seine Hütte von der Landwirtschaft profitiert und umgekehrt. Denn so kann er die lange Familientradition auch für die Zukunft sichern. Der Hof ist schon seit über 200 Jahre im Familienbesitz, und die Almhütte wurde, so ist es auf dem Fürst verewigt, bereits 1889 errichtet worden – damals wie so viele Schupfen hier in den Bergen als kleiner Heustadl mit Kochnische und Rinderstall. Heute hat die Weigler Schupf trotz des Umbaus zu einer bewirteten Hütte immer noch viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt – und gehört zu einem der Plätze im Eggental, die süchtig machen.

In.Treska

„Wenn ich hier aufwache und aus dem Fenster schaue – dann ist das einfach unbezahlbar“, sagt André Sudarovich und zeigt dabei auf die beiden Hochbetten, die etwas versteckt in der Hütte In.Treska liegen. Manchmal, bei schönem Wetter, genießt er den Luxus, hier auf 2200 Meter in der 2022 eröffneten und somit jüngsten Hütte im Skigebiet Latemar Dolomites zu übernachten und den Blick aus den ausladenden Panoramafenstern zu genießen. Normalerweise allerdings schläft André zuhause in Predazzzo, fährt morgens von Pampeago aus mit dem Motorschlitten hoch auf die traumhaft gelegene Hütte – und hat dabei gemeinsam mit seinem Sohn Dario jede Menge Kreativität und Leidenschaft im Gepäck.

Als sie die Möglichkeit hatten, die neue Hütte zu bewirtschaften, haben Dario und André nicht lange gezögert – auch weil sie bemerkt haben, dass sie sich ideal ergänzen. Dario im Kontakt mit den Gästen und seiner Leidenschaft zum Wein. Und André in der Küche mit seinen vielen kulinarischen Ideen. Und die unterscheiden sich von dem, was man auf einer gewöhnlichen Skihütte erwarten würde. Da gibt es keinen Südtiroler Speck, sondern Salami von schwarzen Schweinen aus Caserta in Süditalien. Da gibt es kein Brot vom Bäcker, sondern selbstgemachte Backwaren, deren Teig in der kleinen Küche mit viel Liebe und Zeit reift. Und da gibt es außergewöhnliche Fleischsorten, die auf dem Holzkohlegrill bei über 600 Grad eine schöne Kruste mit viel Röstaromen bekommen, während sie im Innern sanft garen. Das kulinarische Konzept dahinter ist so einfach wie genial: „Ich möchte alles selbst machen – und ich möchte es anders machen als alle anderen“, sagt André.

Auf der Speisekarte stehen neben Klassikern wie Filet oder Fiorentina auch ausgefallene Fleischsorten vom australischen Wagyu, vom Reh oder auch vom Pferd. Den idealen Garpunkt? Den hat André im Gefühl. „Ich weiß genau, wann es perfekt ist“, sagt er, prüft die Konsistenz mit seiner Grillzange und richtet das Fleisch auf einem Teller mit Zirbenzweigen und groben Salzflocken an. Dieses geschmackliche Erlebnis ist wahrscheinlich so ähnlich wie der morgendliche Blick aus dem Fenster auf der In.Treska: einfach unbezahlbar.

Baita Gardoné

An der Bar der Baita Gardoné im Obergeschoss zeugt ein Trikot des deutschen Fußball-Weltmeister-Torwarts Manuel Neuer von so manchem Prominenten, der hier schon zu Gast war. Die Anziehungskraft dieser traumhaft gelegenen – und auch als Mountain Riviera bekannten – Hütte hoch über Predazzo ist schlicht und ergreifend gigantisch. „Es ist wie im Paradies“, sagt Klaus Pichler, wenn er seinen Blick über das Dolomitenpanorama schweifen lässt. Klaus ist Gastronom aus Leidenschaft, weshalb hier alle in den Genuss seiner Gastfreundschaft kommen – unabhängig vom Prominentenstatus.


Wenn Klaus ein noch brutzelndes und butterzartes Fiorentina-Steak serviert oder am Tisch das berühmte Gardoné-Tatar anmacht, dann läuft so manchem schon beim puren Anblick das Wasser im Mund zusammen. Weil hier das kulinarische Angebot so exquisit ist wie das Panorama, hat die Baita Gardoné auch wegen der Garnelenplatte oder frischen Austern viele Fans und Stammgäste. Typisch für Klaus ist, dass er immer eine Flasche mit vorzüglichem Olivenöl mit sich herumträgt. Ein paar Tropfen auf einen Teller, frisches Brot dazu, Salz aus der Mühle drüber – viel mehr braucht es für die Einstimmung auf einen Mittagsstopp nicht wirklich. Und wer dazu auch noch das passende Getränk sucht: Klaus ist als Sommelier der ideale Ratgeber für ein Glas Schaumwein, Wein oder Champagner.


Wenn dazu dann – wie so oft hier – die Sonne vom Himmel strahlt, dazu wie an ausgewählten Tagen DJs auflegen oder Live-Bands spielen, dann ist ziemlich schnell nachvollziehbar, welche Vorstellung Klaus vom Paradies hat. Und das Beste daran: dieses Paradies ist ganz einfach erreichbar. Entweder auf Skiern oder auch für Fußgänger bequem mit der Gondel von Predazzo aus.

Mayrl Alm

Als Egon Matzneller begann, als Koch auf der Mayrl Alm zu arbeiten, kam sein heutiger Chef Mark Eisath gerade auf die Welt. 1988 war das – und auch, wenn sich in all den Jahren so einiges weiterentwickelt hat, so lebt die Mayrl Alm im Herzen des Skigebiets Latemar Dolomites von ziemlich vielen Konstanten. Mark führt dort in vierter Generation das kulinarische Erbe seiner Familie fort, das nach wie vor weit und breit einen exzellenten Ruf genießt.


Wenn Mark in dem opulenten Fotoalbum blättert, das die Geschichte der Mayrl-Alm festhält, dann blickt er auf eine beeindruckende Entwicklung der Almhütte zurück, die im 17. Jahrhundert das erste Mal erwähnt wurde. Schon unter seinem Großvater war sie bewirtschaftet, als noch eine Sennerin nach dem Vieh schaute und nebenbei Gäste miteinfachen Gerichten und Getränken versorgte. Während sein Großvater die touristischen Entwicklungen im Winter mit Skepsis begleitete, war sein Vater Karl einer der Initiatoren des Skigebiets in Obereggen. Folgerichtig verlieh er mit zwei Umbauten 1984 und 2000 der Mayrl Alm als Skihütte ihr heutiges Gesicht.

Neben dem Self-Service-Bereich hat sich die Mayrl Alm unter anderem unter Fisch- und Wildliebhabern einen exzellenten Ruf erarbeitet. Fisch aus Tradition, weil bereits Karl Eisath darauf Wert legte und die von Küchenchef Egon zubereiteten Spaghetti Meeresfrüchte einen exzellenten Ruf genießen. Und Wild, weil Mark – wie so viele in seiner Familie – selbst Jäger ist und große Teile der Wildgerichte auf der Mayrl Alm aus der eigenen Jagd stammen.


Wer in der Stube Platz nimmt, hat zudem gute Chancen auf einen ganz besonders gemütlichen und authentischen Einkehrschwung – etwa wenn Stefan Edelsbrunner, gesamttiroler Meister auf dem Akkordeon, spontan aufspielt. Und zu den Besonderheiten der Mayrl Alm gehört jeden Winter auch der Burger Day. Dann gibt es Patties vom Eggentaler Ochsen, die Marks Nachbar aufzieht. Das Brot wird extra von der Bäckerei Pichler in Eggen gebacken, der Käse kommt von der Deutschnofener Käserei Learner und den Speck dafür stellt Mark selbst her.


Bei schönem Wetter gehen dabei hunderte von Mayrl-Burgern über den Tresen – mit deren Erlös unter anderem die Südtiroler Kinderkrebshilfe unterstützt wird. „Die Idee für die Veranstaltung hatte ich zusammen mit meinem Bruder“, erklärt Mark. Und sie ist für die beiden ein ganz persönliches und emotionales Anliegen, weil sie damit auch an ihren 2011 an Krebs gestorbenen Vater erinnern wollen.

Berghütte Oberholz

„Wenn ich zur Arbeit fahre, fühlt sich das fast an wie Urlaub“, sagt Renate Plank, wenn sie auf knapp 2100 Metern jeden Morgen aus dem Sessellift aussteigt, der sie zur Berghütte Oberholz bringt. Seit der Eröffnung 2016 ist die Hütte das architektonische Aushängeschild im Skigebiet Latemar Dolomites und fügt sich mit ihren drei stubenartigen Nischen und ausladenden Glasfronten spektakulär in die wunderschöne Landschaft ein. Renate, die Geschäftsführerin in der Berghütte Oberholz, weiß, dass das ein ganz besonderer Ort ist – auch wenn ihr Urlaubsfeeling aus dem Sessellift schnell dem Arbeitsalltag weicht. Denn umihre Gäste mit einem gastronomischen Konzept von höchstem Niveau zu verwöhnen, müssen alle Räder ineinandergreifen.


Die mit Erdwärme geheizte Berghütte Oberholz ist längst einer der großen Magneten für einen Einkehrschwung im Skigebiet – ob im stilvollen von Eggentaler Fichtenholz geprägten Innenbereich mit traumhaften Ausblicken aus den Panoramafenstern oder auf der sonnenverwöhnten großen Terrasse. Renates Küchenteam arbeitet hier auf Hochtouren, um aus weitestgehend einheimischen Produkten kreative Gerichte zu zaubern – etwa die hausgemachten Schüttelbrotnudeln mit Wildragout oder ein Latschenkiefer-Risotto mit Büffelmozzara und Geräuchertem vom heimischen Rind.


Nicht nur, weil die Oberholz-Küche einen so exzellenten Ruf genießt, sondern weil die Berghütte auch einfach von Obereggen aus mit dem Sessellift zu erreichen ist, erfreuen sich hier auch auserwählte Events einer großen Beliebtheit. Die stehen manchmal unter kulinarischen Schwerpunkten oder laden einfach zum gemütlichen Beisammensein ein – etwa mit besonderen Cocktails beim und Flying Buffet beim beliebten Aperitvo Lungo, wenn DJs auflegen und im Idealfall die Sterne und der Mond vom klaren Nachthimmel funkeln. Der Sessellift bringt bis kurz vor Mitternacht alle wieder sicher nach Obereggen hinunter. Für Renate und ihr Team beinhalten solche Events natürlich viel Arbeit und kurze Nächte. Wenn sie aber früh am nächsten Morgen schon wieder hinauffahren – dann können sie sich sicher sein, dass es sich trotz der vielen Arbeit irgendwie ein wenig wie Urlaub anfühlt.

Zischgalm

„Wir ziehen auf der Zischgalm alle an einem Strang“, sagt Johann Pichler einerseits voller Stolz und andererseits auch mit etwas Vorfreude darauf, etwas kürzer treten zu können. Denn der Zischgn-Jirgl, wie er von den Einheimischen wegen seiner Herkunft vom Obereggener Zischghof genannt wird, gibt nach und nach Verantwortung an seinen Sohn Alexander und mittlerweile auch an seinen Enkel Maximilian ab. Dass hier drei Generationen harmonisch zusammenarbeiten, erfüllt Seniorchef Johann mit einer gewissen Zufriedenheit – auch weil er sich gut daran erinnern kann, dass auf der Zischgalm die Anfänge etwas holprig waren.

Zwar stand der Rohbau der Hütte bereits seit 1968, aber erst als der Schlepplift von der Latemarhütte errichtet wurde, ergab es für den Hüttenwirt Sinn, den Bau der Zischgalm zu vollenden. „Schritt für Schritt“, so blickt Johann Pichler zurück hat sich dann die Zischgalm zu dem entwickelt, was sie heute ist. Einerseits eine klassische Skihütte mit großem Self-Service-Bereich und ausladender Sonnenterrasse. Andererseits ein Restaurant mit einer liebevoll mit Zirbenholz gestalteten Stube. Und zusätzlich mit einer kulinarischen Besonderheit im Skigebiet – einer Pizzeria.


Im Restaurant legen die Pichlers und ihr rund 30-köpfiges Mitarbeiterteam Wert auf Qualität. Die Freundschaft zum Deutschnofener Metzger Zelger bietet die Basis für – wenn immer möglich – einheimisches Fleisch und eine stetig wechselnde Wochenkarte im Restaurant. Mit seiner Heimat verbunden zu sein, das ist für Johann Pichler nichts anderes als eine Selbstverständlichkeit – und drückt sich auch in seiner Liebe zur Profimannschaft des FC Südtirol aus, deren Fan und Sponsor er ist. Auch nach mehr als 50 Jahren auf der Zischgalm weiß er die Schönheit und Vielfalt der Natur im Eggental immer noch zu schätzen. Vor allem wenn die Tage im Winter wieder länger werden und in seinem Wohnort Bozen schon frühlingshafte Temperaturen einziehen, während sich Obereggen noch ganz in weiß präsentiert: „Dann“, so sagt der Zischgn-Jirgl, „ist es bei uns am schönsten.”

Absam-Stube

Wer einen Skitag von Obereggen aus startet, kommt nach der ersten Abfahrt eigentlich kaum daran vorbei, schon den ersten Einkehrschwung zu machen. Die sonnige Terrasse mit ihren einladenden Loungemöbeln und die auffällige rot-weiße Fassade der Absam-Stube vor der Kulisse des Zanggen und des Latemar üben schon von Weitem fast magische Anziehungskraft aus. Hannes Pichler betreibt mit seiner Familie zwar schon seit rund einem Jahrzehnt die zentral gelegene Hütte im Skigebiet Latemar Dolomites. Die Neugestaltung der Absam-Stube ist aber viel mehr als nur ein neuer Anstrich.

 

Zusammen mit dem Terlaner Architekten Felix Pardeller haben die Pichlers eine moderne Atmosphäre mit kräftigen Farben geschaffen und gleichzeitig den Charme einer traditionellen Almhütte beibehalten. Während etwa an Seilen hängende Snowboards als Sitzgelegenheiten dienen oder lackierte Ski an den Wänden hängen, gibt es in der neuen Absam-Stube auch viele Elemente aus natürlichem Holz und vor allem bodenständige Küche mit möglichst regionalen Zutaten. Neben Klassikern wie einem Knödeltris oder einer Gulaschsuppe hat sich vor allem der Absam-Burger zum beliebten Renner entwickelt. „Wir kochen alles frisch“, sagt Hannes, der mit seinen Kindern Valentina, Peter, Franziska und Katja sowie deren Partnerinnen und Partnern dafür für die Gastfreundschaft in der Absam-Stube sorgt. Und die lädt sowohl zu einem schnellen Drink vom Kiosk im Außenbereich als auch zu einer ausgedehnten Pause im Warmen ein. Und wer morgens trotz aller Verlockungen noch dran vorbeigefahren ist: Für den Ausklang eines Skitages gibt’s kaum einen besseren Ort – weil man von hier aus bis nach Obereggen nur noch einen einzigen Lift nehmen muss.

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Mountain Pass
1 TICKET - 17 AUFSTIEGSANLAGEN - 3 DOLOMITENBERGE

Fahre an 3 Tagen innerhalb 7 oder an 5 Tagen innerhalb 7 (ab Erstentwertung) uneingeschränkt mit 17 Aufstiegsanlagen im Herzen der Dolomiten UNESCO Welterbe auf den RosengartenLatemar und auf den Schlern.

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